Auch unsichtbare Arbeit auflisten

Bei Streit über die Hausarbeit sollten nicht nur sichtbare Tätigkeiten wie Putzen betrachtet werden. Auch daran zu denken, dass Vorräte zur Neige gehen, Arzt- oder Reparaturtermine zu vereinbaren und Mahlzeiten zu planen, gehört dazu. Muss eine Person ständig an alles denken und andere darum bitten, kann das zusätzlich zur eigentlichen Arbeitszeit eine erhebliche Belastung sein.

Schreibt zunächst eine Woche lang wiederkehrende Aufgaben auf. Teilt sie etwa in Putzen, Einkaufen, Kochen, Abwaschen, Wäsche und Rechnungen ein und notiert, wie oft sie anfallen und ungefähr wie lange sie dauern. Eine solche Liste ist keine Punktetabelle dafür, wer mehr tut, sondern soll beiden helfen, die aktuelle Belastung zu verstehen.

Zuständigkeiten und Standards vereinbaren

„Die Wohnung sauber halten“ kann für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeuten. Vereinbart konkret, wann eine Aufgabe erledigt wird und woran ihr erkennt, dass sie abgeschlossen ist, zum Beispiel: „Die Küchenarbeitsfläche wird jeden Abend aufgeräumt“ oder „Wer für die Wäsche zuständig ist, wäscht und hängt sie auf, sobald der Wäschekorb voll ist.“

Klärt auch, ob eine Zuständigkeit bedeutet, selbst auf den richtigen Zeitpunkt zu achten und die Aufgabe zu Ende zu bringen, statt auf eine Aufforderung zu warten. In einer besonders vollen Woche könnt ihr Aufgaben tauschen oder externe Hilfe erwägen. Berücksichtigt dabei verfügbare Zeit, Kraft und Gesundheit.

Regelmäßig gemeinsam prüfen

Prüft nach einigen Wochen, ob die Aufteilung tatsächlich fair und dauerhaft machbar ist. Fragen wie „Welche Aufgabe war am belastendsten?“ oder „Was könnten wir einfacher machen?“ richten den Blick auf Lösungen. Ändert sich die Lebenssituation einer Person, passt eine frühere Vereinbarung vielleicht nicht mehr.

Fair bedeutet nicht immer, exakt dieselbe Aufgabe gleich lange zu erledigen. Entscheidend ist, dass die Bedürfnisse und Beiträge beider nicht dauerhaft unsichtbar bleiben und dass die Aufteilung gemeinsam vereinbart wurde. Achte darauf, zusätzliche Organisationsarbeit des anderen nicht als selbstverständlich zu betrachten, nur weil du deine eigene Aufgabe erledigt hast.

MBTI kann Hinweise auf Ordnungsvorlieben oder die Planung von Terminen geben, legt aber nicht fest, wer im Haushalt was tun muss. Orientiert euch an den aktuellen Möglichkeiten und einer gemeinsamen Vereinbarung.